Öhmdernte Sep 2020

Arbeitskreis Umwelt-, Natur- und Artenschutz, Straßberg e. V. (AUNA e.V.):
Ein Wahrzeichen von Straßberg, die Marienkapelle, hier zu sehen im jungen Grün nach der Öhmd- oder Heu-Ernte:

Die Öhmdernte auf dem Höhepunkt, hier an der Brückenstraße:

An der Franzfeldstraße:

Wir bedanken uns bei den Grunstückseigentümern für die Erlaubnis zur Öhmdnutzung bei Frau Renate Bantle, Herrn Tobias Gut und den Gartenfreunden.

Dachrinnenmontage am neueren Stallteil mit Heulager und Geräteraum.

Wir bedanken uns bei Manfred Burkhard für 6 lfm Dachrinne und die Halterungselemente.

Die Krainer Steinschafe am Norspitz des Biotop Sonnenhalde.

Balkenmäher

Ein neuer gebrauchter Balkenmäher
Wir setzen ihn ein zum schonenden mähen von Stellstreifen für den
Elektrozaun und verwenden das Mähgut dann als Heu. Kleinere Wiesen, Baumwiesen, evtl. auch gemäßigte
Hanglagen können dann ebenfalls vor dem Mulchen oder Rasenmähen bewahrt werden. Einen solchen
Mäher konnten wir zum Freundschaftspreis von Elmar Hotz erwerben. Das Bild zeigt die Übergabe auf der
Stallwiese, bei der seine Leistung sogleich erprobt wurde. Das Resultat waren 10 kleine Ballen eigenes Heu,
gepresst von Klaus Sessler. Dies ermutigte natürlich zu größerem.

SV300017

Wir bedanken uns bei dieser Gelegenheit auch für Heuspenden bei Sigmund Mattes, für hochwertigstes
Handgemachtes, sowie bei Landwirt Schmucker, der uns seine Wiese an der Schmeienbrücke mähte und für
die Heuernte überließ. Weitere Heulieferungen erhielten wir von Landwirt Klaus Sessler und von Wolfgang
Löffler. Unser Heulager ist damit zu 2/3 gefüllt und alles ist Bio.In diesem Sommer haben wir den Versuch
gestartet, so viel wie möglich des benötigten Winterfutters so weit es arbeitskräftebedingt möglich ist, selbst
zu erzeugen. Einen besonderen Anreiz und deshalb unwiderstehlich übt da natürlich Kappellen-Heu(Öhmd) durch die Aura höherer Weihen aus, wodurch der körperliche Einsatz zu seiner Gewinnung gleich viel
leichter fiel.

SV300001

Hier bewies der Balkenmäher einmal mehr, dass er auch im nicht ganz einfachen Terrain gute Dienste leistet. Die Hauptheuarbeit lag aber wie im Bild sichtbar, bei
Kappellennachbar und Vorsitzendem der Gartenfreunde, Andreas Lutz, der auch half, diesmal ungepresst,
dafür aber fußverdichtet, das fertige Produkt in die Scheuer einzufahren. Als nächster Streich folgt noch die
Wiese der Gartenfreunde beim Vereinshaus, bei dem der Balkenmäher um die Baumgruppen herum wieder
benötigt wird. Die Restwiese übernimmt Landwirt Klaus Sessler, bis zum fertigen Ballen. Die Wiese wurde
und wird von den Gartenfreunden teilweise selbst genutzt, seit Jahren erhält aber der AUNA die
Überschüsse, was wir und die Krainer Steinschafe (vermutlich auch die Geißen) zu schätzen wissen.Seit
Freitag ist die Herde wieder in ihrem Stammgebiet Sonnenhalde, aber nur im nördlichen, weniger trockenen
und im mittleren Teil, in dem die Verbuschung in den letzten 5 Jahren stark fortgeschritten ist. Dank
Elektrozaun kann man den Aktionsbereich abgrenzen. Vielleicht laufen die Geißen dabei noch einmal zu ihrer
Höchstform auf und erleichtern uns den in diesem Herbst fälligen Maschineneinsatz mit der Motorsense.
BF

SV300005

NABU-Exkursion

Arbeitskreis Umwelt-, Natur- und Artenschutz, Straßberg e. V. NABU-Exkursion zu
den Straßberger Steinschafen, Biotop Sonnenhalde

frisch geschoren 1

Die Straßberger Sonnenhalde machte jedem jeder Exkursonsteilnehmer/in sofort klar, dass ihr Name auch an diesem Spätsommerabend zutreffender
nicht sein konnte. Der Hang glühte und knisterte unter den Schritten. Um so erstaunlicher, dass es trotzdem
noch Pflanzen gab, die dort offensichtlich gut gediehen. Sofort sprach der flächendeckende Wilde Dost
(Wilder Majoran, Oregano) Seh- und Geruchssinne an. Vermischt mit dem des Feldthymian konnte man sich
auch in die Provence versetzt fühlen. Eine Augenweide ist immer die Charakterpflanze der Sonnenhalde, der
Purpur der Karthäusernelke. In vielblütigen Horsten ist sie auf der ganzen Fläche anzutreffen. Johanniskraut
kommt ebenfalls gut mit dem Trockenrasen zurecht. Violettblaue, große Farbtupfer setzten die Blüten der
Scabiosen Flockenblumen in den gelblich-braunen Untergrund. Ihre Verwandten, die Gemeinen
Flockenblumen und die Ackerscabiosen mit helleren Blautönen rundeten die Komposition ab. Die relativ
großen Blütensonnen des Raukenblättrigen Kreuzkrautes (es ist eines der nicht giftigen) ergänzten das Bild
mit leuchtend gelben Blütenständen. Auf den felsigen Bändern war die Weiße Fetthenne (Mauerpfeffer) noch
an ihren fleischigen Blättchentrauben zu erkennen. Die Blüten haben sich schon weitgehend zurückgebildet.
Ebenso die des Scharfen Mauerpfeffer (gelb) und des Steinbrechs. Ihre Blütezeit ist der Frühsommer. Das
Sonnenröschen hat seinen Blühzenit vor Wochen überschritten und bietet jetzt nur noch einen kümmerlichen,
heuartigen Anblick. Vom Insektensterben ist in diesem Biotop nichts zu erkennen. Hunderte finden den
ganzen Sommer bis weit in den Herbst hinein reichlich Nahrung. Das ist der erste nachdrückliche Beweis wie
sinnvoll die Biotoppflege durch den Arbeitskreis Natur- Umwelt- und Artenschutz Straßberg e.V. gerade in
der heutigen Welt und in erster Linie für Straßberg ist.

Beweidung im Umtriebsweidesystem
Dabei wird in ca. 13 Weideabschnitten über die Vegetationsperiode hinweg durch mehrmaliges Umsetzen auf
verschiedenen Biotopen immer ein Blütenangebot als Rückzugsareal besonders für Insekten erzielt. Das ist
sehr wichtig nach der Heuernte, wenn die Wiesen abgemäht sind. Die Exkursionsteilnehmer/innen konnten
eindrucksvoll die unterschiedlichen Vegetationsbilder vergleichen, die dadurch entstehen. Diese Methode wird
durch den Vertragsnaturschutz auch finanziell unterstützt. Die Hauptarbeit übernehmen dabei 15 Krainer
Steinschafe und 5 Toggenburger Ziegen. Die Herdbuchzucht der Krainer Steinschafe trägt außerdem dazu
bei, dass die uralte, robuste, genügsame, vom Menschen Jahrtausende genutzte, hochgebirgstaugliche
Schafrasse vielleicht vor dem Aussterben bewahrt werden kann. Diese Art ist kleiner und leichter (ca. 40 kg),
als die hierzulande üblichen Merinos und kommt in allen Hell-Dunkel-Schattierungen von chremweiß,
graumeliert, gefleckt, schwarz und auch mit hell- dunkler Gesichtsmaske vor. Die Rasse konnte sich in der
Kraina, einer slowenischen Grenzprovinz zu Österreich, reinrassig halten, weil sie dort in den „Julischen
Alpen“ seit Jahrtausenden als Nutztier (Milch, Wolle, Fleisch) lebensnotwendig war und die kulturelle
Verbundenheit mit der dortige Bevölkerung immer stark ausgeprägt war und ist.

Biotop oberer Schihang
Überraschend hat sich der neu angelegte Schihang des Schiclubs Straßberg in diesem Jahr als
außerordentliches Insektenparadies entwickelt. Vor allem der obere Teil war und ist in der kritischen,
heißesten Periode ein einziger Blütenozean mit dem wohl größten zusammenhängenden Nahrungsangebot
für Insekten in ganz Straßberg. Vor allem die Wegwarte, verschiedene Kleearten, Wilde Möhre, Natternkopf
und die vom Schiclub weniger geschätzen verschiedenen Distelarten, Johannis- und Kreuzkräuter sind
erstklassige Nahrungslieferanten für Insekten. In dieser Zeit erfüllt das Brummen der Hummeln, Bienen und
Schwebefliegen die Lüfte, begleitet von den Kunstflügen hunderter Schmetterlinge wie Kaisermantel,
Schachbrettfalter, Zitronenfalter, Weißlingen, Bläulingen, Bräunlingen und Füchsen. Weiterhin fallen die
zahlreichen Ameisenhügel in diesem Sommer in den Biotopen auf und mit ihnen ist auch der stark von ihnen
abhängige Grünspecht wieder zurückgekehrt. Mehrere Beobachtungen dieser leuchtend grün gefärbten
Spechtart konnten in diesem Monat verzeichnet werden.

Orchideen in Straßberg
Die „Krönung“ der Flora, Lilien und Orchideen, auch sie sind in Straßberg wieder vermehrt zu entdecken. Türkenbund, Rotes
Waldvögelein, Blasses Waldvögelein und die Breitblättrige Sumpfwurz haben an verschiedenen Mietlearealen
Überlebensnischen gefunden. So konnte die NABU-Gruppe Albstadt, zusammen mit den Straßberger
Teilnehmer/innen in nächster Umgebung vielgestaltige naturschützerische Wirkungen verorten und erkennen,
dass Natur-und Umweltschutz im Kleinen, im überschaubaren heimatlichen Raum, Voraussetzung für das
Gelingen im Großen ist, wozu auch jede und jeder, die/der einen Garten betreibt, und sei er noch so klein,
beitragen kann. Zum Schluss der Veranstaltung freuten sich alle auch über das wartende kühle Flüssige und
der Geschäftsführer der NABU-Gruppe Albstadt, Mathias Stauß, bedankte sich beim AUNA mit einem so
funktionellen wie schönen Nistkasten, der im kommenden Frühling ein Straßberger Biotop bereichern wird.
BF

SV300048